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Radioaktivität von Lebensmitteln

Pilze und Wild: Tschernobyl - noch nicht gegessen

Waldprodukte

Auch heute noch sind in den durch Tschernobyl-Fallout belasteten Regionen, wie z.B. im Münchner Umland oder in den Alpen, in Wildpilzen und anderen Waldfrüchten hohe Werte an künstlicher Radioaktivität nachweisbar. Im Waldboden ist das Cäsium für die Pflanzen verfügbar, weil es nicht wie im Ackerboden an Tonminerale fixiert ist. Dieser Effekt wird durch den Nährstoffkreislauf im Wald (das Pflanzenmaterial verrottet vor Ort) noch verstärkt. Da sich die Belastung aufgrund der Langlebigkeit von Cäsium-137 (Halbwertszeit 30 Jahre) derzeit nur allmählich ändert, kann ein Blick in die Messergebnisse des letzten Jahres wichtige Informationen liefern.

Warum das so ist, können Sie in unserer Broschüre "Pilze und Wild - Tschernobyl noch nicht gegessen" nachlesen.


Richtwertempfehlungen

In den Ländern der Europäischen Gemeinschaft (EG) gilt für Lebensmittel zur Zeit ein Grenzwert für die Cäsium-Gesamtbelastung von 600 Becquerel pro Kilogramm. Für Milch und Säuglingsnahrung beträgt dieser Wert 370 Becquerel pro Kilogramm.

Unabhängige Experten rieten auf der Grundlage der Bestimmungen der Strahlenschutzverordnung von 1976 zu Nahrung mit höchstens 30 bis 50 Becquerel pro Kilogramm Cäsium-Gesamtaktivität für Erwachsene und mit höchstens 10 bis 20 Becquerel pro Kilogramm für Kinder, Stillende und Schwangere. Dabei wurde von einem Anteil von ein Prozent Strontium-90 bezogen auf den Aktivitätsgehalt an Cäsium-137 in Nahrungsmitteln ausgegangen. Der tatsächliche Strontiumgehalt in der Nahrung liegt jedoch höher, wie Untersuchungsergebnisse zeigen. Deshalb und wegen Unsicherheiten bei den Bewertungsgrundlagen wird jetzt meist nur noch bis zu fünf Becquerel pro Kilogramm Cäsium-Gesamtaktivität als Höchstwert für Kindernahrung empfohlen.

Generell gibt es keine Grenze, unterhalb derer Radioaktivität ungefährlich wäre. Deshalb gilt das Minimierungsgebot: So wenig Radioaktivität wie möglich aufnehmen!


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