Das Umweltinstitut bei FacebookDas Umweltinstitut bei Twitter
  change to english

FÖJ-Bericht


Als frisch gebackene Abiturientin trat ich im September 2007 mein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Umweltinstitut München e.V. (UIM) an.

Nachdem die ersten Sprachbarrieren überwunden waren (mein tiefstes Oberbayerisch musste ich wohl für die Zeit im UIM etwas zurückschrauben), gehörte zu meinen ersten Aufgaben das Verfassen des Pressespiegels über die geplante Übernahme von Basic durch Lidl, der das ganze Jahr über aktualisiert wurde und welcher auch auf der Internetseite des UIMs zu finden ist.

Ja und dann kam natürlich gleich das, was zu einem FÖJ wohl einfach dazugehört – der Infostand. Für die Bioerlebnistage und das Hoffest Riem mussten wir nicht nur zwei Wochenenden opfern – nein, sie machten noch dazu überhaupt keinen Spaß! Aber das waren Ausnahmen.

Ich hab noch genau an drei Weiteren mitgemacht, und das nächste größere Projekt war schon im Gange. Wir, Sarah, meine FÖJ-Kollegin, und ich, sollten FAQs zu dem Thema Agrosprit zusammenstellen. Als wir damit endlich fertig waren, wurde es auf die Internetseite gestellt – und das war dann schon ein tolles Gefühl.

Aufgrund meines Interesses an Landwirtschaft hatte ich auch sogleich die schöne Aufgabe, im Rahmen zweier Mitgliederwerbeaktionen den Preis – ein Wochenende auf dem Biobauernhof in Bayern – zu organisieren und mit den Gewinnern in Kontakt zu treten. Auch für die Zeitschrift „Münchner Stadtgespräche“ sollte ich einen Beitrag leisten – ein Interview mit Herrn Dr. Rüdiger Graß von der Universität Kassel zu dem Thema Energieeffizienz von Biomasse.

Die nächste große Aufgabe war dann das Erstellen eines FAQ zu konventioneller Baumwollbekleidung im Vergleich zu Biobaumwollbekleidung, was ebenfalls im Internet zu finden ist.

Durch das UIM hatte ich auch die Möglichkeit an diversen Veranstaltungen teilzunehmen, so z.B. bei einem Vortrag von Herrn Prof. Arpad Pusztai zum Thema „München gegen Gentechnik“ sowie bei einem Agro-Gentechnik-Seminar des BN.

Und schon nahte die nächste Ausgabe der „Münchner Stadtgespräche“ zum Stadtgeburtstag von München. Hierfür schrieb ich einen Artikel zu dem Thema Nachhaltiges Wirtschaften in München anhand des Vergleichs der Münchner Hofpfisterei mit diversen Selbstbedienungsbackshops. Leider konnte ich trotz aufwändigster Recherche das Gerücht, dass die Tiefkühlteiglinge aus dem osteuropäischen Ausland importiert werden, weder vollständig widerlegen, noch bestätigen.

auf dem BiobauernhofIm Sommer stand dann mein FÖJ-Projekt an und es wurde eine wunderschöne und sehr lehrreiche Erfahrung für mich. Bei Sonnenschein ging es raus auf den Biobauernhof, wo ich die Führungen von meinem Kollegen Herrn Bauer übernahm. Und niemals hätte ich mir träumen lassen, dass es an der S-Bahn Strecke München so wunderschöne Ortschaften gab. Mein tristes Bild von München hellte sich nun ein wenig auf.

Besuch auf dem BiobauernhofNeben einigen internen Fortbildungen zum Thema Ökolandbau informierte ich mich noch über Pflanzen am Wegrand sowie Tiere und Getreide in der Landwirtschaft – schließlich wollte ich für alle etwaigen Fragen der Lehrer und Schüler gewappnet sein. Des Weiteren wurde die Aktualisierung der Gentechnik Broschüre in Angriff genommen und bescherte mir diverse Recherchearbeiten.

Im August, direkt zurück aus meinem Urlaub, wartete schon meine primäre Aufgabe für meine letzte Zeit im UIM: das Sekretariat. Da die Sekretärin und Sarah in Urlaub waren, sollte ich das Sekretariat in dieser Zeit managen. Nebenbei hatte ab 1. August ein neuer Zivildienstleistender bei uns begonnen und meine Aufgabe war es, ihn in den Alltag des Umweltinstituts und in die Sekretariatsaufgaben einzuarbeiten. Klar, Aufgaben wie z.B. die Spülmaschine ein- und auszuräumen, Broschüren zu verschicken, Handtücher im Waschsalon zu waschen und Blumen umzutopfen gehörten natürlich auch dazu und sind hie und da auch eine nette Abwechslung zum Büroalltag gewesen.

Und schneller als man denkt, war das Jahr auch schon wieder vorbei.
Ja und wie verändert man sich so nach einem FÖJ im UIM? Also mein Bewusstsein hat sich in dieser Zeit enorm geschärft. Das zeigt sich daran, dass man die politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse von einem anderen Blickwinkel betrachtet und von einem tieferen Verständnis heraus argumentieren kann, da man im Laufe des FÖJs doch viele Zusammenhänge und Machenschaften der großen Politik und Konzerne mitbekommt.
Und so am Ende meines FÖJs kann ich nur sagen, dass es eine unheimliche Bereicherung für mich war und ich nur jedem ein FÖJ, vor allem bei dieser Einsatzstelle, empfehlen kann. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Christiane Schwaller, 2008