FÖJ-Bericht
Als frisch gebackene Abiturientin trat ich im September 2007 mein
Freiwilliges Ökologisches Jahr im Umweltinstitut
München e.V. (UIM) an.
Nachdem die ersten Sprachbarrieren
überwunden waren (mein tiefstes Oberbayerisch musste ich wohl
für die Zeit im UIM etwas zurückschrauben),
gehörte zu meinen ersten Aufgaben das Verfassen des
Pressespiegels über die geplante Übernahme von Basic
durch Lidl, der das ganze Jahr über aktualisiert wurde und
welcher auch auf der Internetseite des UIMs zu finden ist.
Ja und dann
kam natürlich gleich das, was zu einem FÖJ wohl
einfach dazugehört – der Infostand. Für die
Bioerlebnistage und das Hoffest Riem mussten wir nicht nur zwei
Wochenenden opfern – nein, sie machten noch dazu
überhaupt keinen Spaß! Aber das waren Ausnahmen.
Ich
hab noch genau an drei Weiteren mitgemacht, und das nächste
größere Projekt war schon im Gange. Wir, Sarah,
meine FÖJ-Kollegin, und ich, sollten FAQs zu dem Thema
Agrosprit zusammenstellen. Als wir damit endlich fertig waren, wurde es
auf die Internetseite gestellt – und das war dann schon ein
tolles Gefühl.
Aufgrund meines Interesses an Landwirtschaft
hatte ich auch sogleich die schöne Aufgabe, im Rahmen zweier
Mitgliederwerbeaktionen den Preis – ein Wochenende auf dem
Biobauernhof in Bayern – zu organisieren und mit den
Gewinnern in Kontakt zu treten. Auch für die Zeitschrift
„Münchner Stadtgespräche“ sollte
ich einen Beitrag leisten – ein Interview mit Herrn Dr.
Rüdiger Graß von der Universität Kassel zu
dem Thema Energieeffizienz von Biomasse.
Die nächste
große Aufgabe war dann das Erstellen eines FAQ zu
konventioneller Baumwollbekleidung im Vergleich zu
Biobaumwollbekleidung, was ebenfalls im Internet zu finden ist.
Durch
das UIM hatte ich auch die Möglichkeit an diversen
Veranstaltungen teilzunehmen, so z.B. bei einem Vortrag von Herrn Prof.
Arpad Pusztai zum Thema „München gegen
Gentechnik“ sowie bei einem Agro-Gentechnik-Seminar des BN.
Und schon nahte die nächste Ausgabe der
„Münchner Stadtgespräche“ zum
Stadtgeburtstag von München. Hierfür schrieb ich
einen Artikel zu dem Thema Nachhaltiges Wirtschaften in
München anhand des Vergleichs der Münchner
Hofpfisterei mit diversen Selbstbedienungsbackshops. Leider konnte ich
trotz aufwändigster Recherche das Gerücht, dass die
Tiefkühlteiglinge aus dem osteuropäischen Ausland
importiert werden, weder vollständig widerlegen, noch
bestätigen.
Im Sommer stand dann mein FÖJ-Projekt an
und es wurde eine wunderschöne und sehr lehrreiche Erfahrung
für mich. Bei Sonnenschein ging es raus auf den Biobauernhof,
wo ich die Führungen von meinem Kollegen Herrn Bauer
übernahm. Und niemals hätte ich mir träumen
lassen, dass es an der S-Bahn Strecke München so
wunderschöne Ortschaften gab. Mein tristes Bild von
München hellte sich nun ein wenig auf.
Neben einigen internen
Fortbildungen zum Thema Ökolandbau informierte ich mich noch
über Pflanzen am Wegrand sowie Tiere und Getreide in der
Landwirtschaft – schließlich wollte ich
für alle etwaigen Fragen der Lehrer und Schüler
gewappnet sein. Des Weiteren wurde die Aktualisierung der Gentechnik
Broschüre in Angriff genommen und bescherte mir diverse
Recherchearbeiten.
Im August, direkt zurück aus meinem Urlaub,
wartete schon meine primäre Aufgabe für meine letzte
Zeit im UIM: das Sekretariat. Da die Sekretärin und Sarah in
Urlaub waren, sollte ich das Sekretariat in dieser Zeit managen.
Nebenbei hatte ab 1. August ein neuer Zivildienstleistender bei uns
begonnen und meine Aufgabe war es, ihn in den Alltag des
Umweltinstituts und in die Sekretariatsaufgaben einzuarbeiten. Klar,
Aufgaben wie z.B. die Spülmaschine ein- und
auszuräumen, Broschüren zu verschicken,
Handtücher im Waschsalon zu waschen und Blumen umzutopfen
gehörten natürlich auch dazu und sind hie und da auch
eine nette Abwechslung zum Büroalltag gewesen.
Und schneller
als man denkt, war das Jahr auch schon wieder vorbei.
Ja und wie
verändert man sich so nach einem FÖJ im UIM? Also
mein Bewusstsein hat sich in dieser Zeit enorm geschärft. Das
zeigt sich daran, dass man die politischen und wirtschaftlichen
Geschehnisse von einem anderen Blickwinkel betrachtet und von einem
tieferen Verständnis heraus argumentieren kann, da man im
Laufe des FÖJs doch viele Zusammenhänge und
Machenschaften der großen Politik und Konzerne mitbekommt.
Und so am Ende meines FÖJs kann ich nur sagen, dass es eine
unheimliche Bereicherung für mich war und ich nur jedem ein
FÖJ, vor allem bei dieser Einsatzstelle, empfehlen kann. Es
lohnt sich auf jeden Fall.
Christiane Schwaller, 2008
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