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FÖJ-Bericht


Zwischen September 2007 und August 2008 absolvierte ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Umweltinstitut München e.V. Obwohl ich mich bereits vor Beginn meines FÖJs über meine möglichen Tätigkeiten informiert hatte, war ich doch ziemlich erstaunt über das breit gefächerte Aufgabenfeld der FÖJ-Stelle des Umweltinstituts.

Verbraucheraufklärung und Beratung
Eine meiner Aufgaben während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres bestand in der unterstützenden Beratung der Verbraucher. Sowohl telefonisch als auch auf direktem Weg durch Besucher des Instituts oder auf Infoständen und Veranstaltungen wurde ich stets mit Fragen und Problemen aller Art konfrontiert. Nach eigener intensiver Auseinandersetzung mit den Aufgabenfeldern des Umweltinstituts und anschließender Aneignung der betreffenden Informationen und Inhalte war mir eine erste Beratung in den meisten Fällen möglich. Darüber hinausgehende Fragen konnte ich an die Experten der einzelnen Fachbereiche weiterleiten. Dadurch erhielt ich einen umfangreichen Einblick in alle Themengebiete des Umweltinstituts. Viele Anfragen wiederholten sich im Laufe des Jahres, es gab jedoch auch immer wieder kuriose Probleme, bei denen ich nicht auf Anhieb oder unter Umständen auch gar nicht wusste, wie ich mit ihnen umgehen sollte. Hierbei standen mir die Kollegen aber helfend zur Seite.

Büro- und Verwaltungsarbeit
Der selbstständige Telefondienst begleitete stets meinen Büroalltag. Eine Fülle von telefonischen Anfragen aller Art galt es zu beantworten oder ggf. weiterzuleiten. Auch um diese Tätigkeit bewältigen zu können, war zunächst eine umfangreiche Aneignung der entsprechenden Inhalte notwendig. Einen wichtigen Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit des Umweltinstituts stellen die verschiedenen Broschüren und Faltblätter zu den Themen Gentechnik, Radioaktivität/Atomkraft, Ernährung und Elektrosmog/Mobilfunk dar. Diese Informationsmaterialien an interessierte Förderer des Umweltinstituts zu versenden, fiel ebenfalls in meinen Einsatzbereich. Zudem war ich für die Organisation des „Büroalltags“ zuständig. Hierzu zählen Aufgaben wie kleine Besorgungen oder andere Botengänge, das Verteilen der eingehenden und das Wegbringen der anfallenden Post, die Bearbeitung oder ggf. Weiterleitung von eingehenden E-Mails, aber auch die Bedienung der Spül- und Kaffeemaschine oder das Gießen der Blumen.

Mitwirken bei Infoständen und Veranstaltungen
Das Umweltinstitut München ist über das Jahr verteilt auf verschiedenen Veranstaltungen (meistens mit einem Infostand) vertreten (z.B. Bioerlebnistage, Hoffest Riem, ÖBZ Frühjahrsdult, Lernfest Benediktbeuren). Meine Aufgaben bei derartigen Veranstaltungen bestanden in der Betreuung des Standes, im Verteilen von Informationsmaterial und in der Beratung der Interessenten. Auch wenn diese Veranstaltungen meistens am Wochenende stattfanden, was natürlich auf den ersten Blick nicht besonders verlockend wirkt, war es doch immer wieder schön am Abend festgestellt zu haben, dass man doch vielleicht den ein oder anderen Standbesucher zumindest zum Nachdenken bewegen konnte.

Recherche und Mitarbeit bei den Zeitschriften des Umweltinstituts
In Zusammenarbeit mit der Stadt München gibt das Umweltinstitut München die Münchner Stadtgespräche heraus, die Zeitschrift der lokalen Agenda 21 in der Landeshauptstadt. Während meines FÖJs hatte ich die Möglichkeit an insgesamt zwei Ausgaben mitzuwirken: „Agro-Sprit - Die verheerende Bilanz der Energiepflanzen“ erschienen im Dezember 2007 und im Mai 2008 „münchen feiert. - wie nachhaltig ist die stadt?“. Der Artikel in der Agro-Sprit-Ausgabe handelt von der schlechten Bilanz von Energiepflanzen und im Heft zum 850. Stadtgeburtstag widmete ich mich dem Thema „der Ökologische Fußabdruck der Münchner“. Beide Artikel waren mit einer umfangreichen Recherchearbeit verbunden. Zusätzlich erforderten sie die Kontaktaufnahme zu Experten in den jeweiligen Themengebieten. Die Angaben dieser waren erforderlich, um den Text zum einen auszuschmücken und zum anderen, um meine eigenen Aussagen zu belegen. Während der Entstehung meiner Texte bekam ich natürlich auch einen umfassenden Einblick in die Redaktionsabläufe der Münchner Stadtgespräche. Auch wenn es doch ein weiter Weg zu den fertigen Artikeln war und vor allem die Informationsbeschaffung nicht immer so einfach war, wie ich es mir zunächst vorgestellt hatte, erfüllt es einen schließlich doch mit Stolz seinen Namen unter dem fertigen Artikel lesen zu können.

Erstellung von Beiträgen für die Homepage
In unserer modernen Gesellschaft ist es natürlich wichtig, Interessenten auch über das Internet anzusprechen. Jährlich besuchen ca. eine Million Menschen die Homepage des Umweltinstituts. Auch in diesem Bereich konnte ich zu einer Erweiterung beitragen: Zusammen mit meiner Mit-FÖJlerin erstellte ich einen umfangreichen FAQ-Bereich zum Thema Agro-Sprit. Zudem war ich für die tägliche Aktualisierung des Gentechnik-Standortregisters zuständig. Dieses umfasste alle Genmais-Standorte und lieferte eine nach Bundesländern aufgeteilte Übersicht über bereits zurückgezogene Anbauflächen. Am Ende meines FÖJs erarbeitete ich gemeinsam mit Andreas Bauer, Gentechnikreferent beim Umweltinstitut, einen Text zum global wachsenden Pestizidmarkt. Die Themenauswahl war also auch in diesem Einsatzbereich stets vielseitig. Zudem hatte ich die Möglichkeit je nach Interessenlage mein Thema selbst zu wählen bzw. die Mitarbeit an einem Text aufgrund von mangelndem Interesse auch abzulehnen.

Mitarbeit bei der Kampagnenarbeit
Auch die Beobachtung und Bewertung von aktuellen umweltrelevanten Ereignissen und Vorfällen zählte zu meinen Aufgaben. Dies spiegelte sich beispielsweise in der Kampagnenarbeit des Umweltinstituts wieder. Während meines FÖJs fand unter anderem eine Protestaktion gegen einen Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen der Universität Rostock statt. Hierbei war ich für die Versendung der Unterschriftenlisten sowie für die Auswertung und die Übertragung dieser in unsere Adressdatenbank zuständig.

Mitarbeit bei Radioaktivitätsmessungen
Das Umweltinstitut München e.V. bietet gammaspektroskopische Messungen von künstlicher und natürlicher Radioaktivität und Messungen von Radon in der Raumluft an. Im Rahmen dieser war ich sowohl für die Aufbereitung der Proben als auch für das Wechseln bzw. Starten der Messungen zuständig. Die Messobjekte hätten unterschiedlicher kaum sein können: Von privat gesammelten Pilzen und Waldbeeren, Baustoffen aller Art bis hin zu exotisch anmutenden Objekten wie Ringen oder Autofiltern war so ziemlich alles dabei. Um die Proben gutverschlossen zum Messen in das Gammaspektroskop zu stellen, mussten sie in den meisten Fällen zunächst zerkleinert werden. Besonders bei matschigen, halb verfaulten Schwammerln oder rohem Wildfleisch war das manchmal kein allzu großes Vergnügen.

Betreuung und Drumherum
Mein Büroalltag war stets begleitet von einem kleinen Projekt – entweder einem Artikel für die Münchner Stadtgespräche, der Zusammenstellung eines FAQ-Bereichs für die Homepage oder der Aktualisierung des Standortregisters für Genmais. Dadurch war ein abwechslungsreicher Tagesablauf fast immer garantiert.
Harald Nestler, Vorstand und FÖJ-Betreuer beim Umweltinstitut, hat sich stets viel Zeit für uns FÖJler genommen und stand uns bei auftretenden Fragen oder Problemen zur Seite. Auch die fünf verpflichtenden JBN-Seminare haben mir immer sehr viel Spaß gemacht.

Nach fast 12 Monaten bin ich nun am Ende meines FÖJs angelangt. Abschließend bleibt mir zu sagen, dass man zusammen mit netten Kollegen und ein bisschen gutem Willen und Einsatz doch so einiges bewegen kann. Auch wenn man als FÖJler natürlich manchmal undankbar erscheinende Aufgaben zugeteilt bekommt, ist es doch wichtig, was am Ende unterm Strich rauskommt. Und einen Teil zu den Erfolgen des Umweltinstituts beigetragen zu haben, erfüllt mich doch mit Stolz. Das Entkalken der Kaffeemaschine oder das Zerteilen von rohem Wildschweinfleisch werde ich wohl kaum vermissen. Dafür weiß ich jetzt, wie ein gemeinnütziger Umweltverein funktioniert, kenne die Redaktionsabläufe der Münchner Stadtgespräche und habe auch ansonsten einen sehr umfangreichen Einblick in die verschiedenen Themenbereiche des Umweltinstituts erhalten. Also schon eine gute Sache so ein FÖJ beim Umweltinstitut!


Sarah Gröger, 2008