Unterschriftenaktion_COP
50.000 Unterschriften für eine Klimaabkommen ohne
Atomkraft
Kopenhagen,
15.
Dezember – Das Umweltinstitut München hat heute
zusammen mit
anderen Umweltorganisationen im Kopenhagener UN-Konferenzzentrum gegen
die Nutzung der Atomkraft protestiert. Die Demonstranten
präsentierten eine riesige Postkarte, die stellvertretend
für
mehr als 50.000 Unterschriften steht. Die Unterzeichner fordern ein
Klimaabkommen, das die Atomenergie nicht als nachhaltige Energieform
anerkennt.
Die Protestaktion fand im Rahmen der gemeinsamen Kampagne
„Don´t Nuke the Climate“ statt.
Prominente
Politikerinnen und Politiker, wie etwa der ehemalige
französische
Umweltminister Yves Cochet sowie mehrere Abgeordnete des
Europaparlaments und des italienischen Senats unterstützten
die
Demonstration und unterzeichneten die Riesenkarte.
Charlotte Mijeon von der französischen Umweltorganisation
Sortir
du Nucléaire sagte: „Wir sind heute hier, um die
Unterschriften, die wir in kurzer Zeit für eine atomkraftfreie
Welt gesammelt haben, an die Entscheidungsträger zu
übergeben. Die 50.000 Unterschriften kommen aus über
100
Ländern der Erde.“ Das zeige, dass die Menschen
diese
gefährliche und schmutzige Energieerzeugung ablehnten und ein
Klimaabkommen wollen, in dem Atomenergie ausgeschlossen bleibe.
„Hinsichtlich der Risiken, die von der Atomtechnik ausgehen,
ist
diese Energieform keine Lösung für den Klimaschutz.
Die
Atomindustrie versucht schamlos den Klimawandel für ihre
Zwecke
vorzuschieben, da Atomkraftwerke kein CO2 emittieren. Abgesehen von den
Risiken macht dies aber auch ökonomisch keinen
Sinn“, so
Mijeon. Anstatt Gelder in die Atomtechnik zu stecken, seien
Investitionen zum Beispiel in Windenergie ergiebiger, da damit viel
mehr CO2 eingespart werden könne und keine riskanten
Nebeneffekte
entstünden wie bei der Atomkraft.
Die Ausarbeitung des Kyoto-Nachfolgeabkommens, das eine immense
Reduzierung der Treibhausgase festlegen soll, ist eine große
Herausforderung. Atomkraft soll hier aber keinen Platz mehr haben.
Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München, meinte
dazu:
„Auch wenn Atomkraftwerke kein CO2 emittieren, taugt diese
Technik nicht als Klimaretter. Atomenergie trägt heute gerade
einmal mit zwei Prozent zum weltweiten Gesamtenergieverbrauch bei. Um
einen relevanten Anteil zu erreichen, müssten in
kürzester
Zeit mehr als 1000 neue Atomkraftwerke gebaut werden. Ein
unrealistisches Szenario.“ Karin Wurzbacher, Physikerin am
Umweltinstitut München ergänzte: „Es geht
hier nicht
nur um den Kohlendioxid-Ausstoß. Atomkraft ist eine
schmutzige,
riskante und teure Technologie, denn man muss die gesamte Prozesskette
betrachten. Uranabbau hinterlässt riesige radioaktive Halden
unter
offenem Himmel und verseucht die Menschen und ihre Umwelt. Und
schließlich ist die Lagerung des radioaktiven Mülls
bis
heute nicht gelöst. Es gibt weltweit kein einziges Endlager
für hoch radioaktive Abfälle und das, obwohl
Atomenergie seit
mehr als 50 Jahren genutzt wird.“
Einen relevanten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels kann
Atomkraft nicht leisten. Selbst wenn diese Technik massiv verbreitet
würde, ein Effekt für das Klima würde nicht
nur viel zu
spät kommen, er wäre auch mit enormen Kosten
verbunden, und
die Gefahr schwerer Unfälle würde drastisch
erhöht.
Nicht zuletzt würde die Proliferationsgefahr, die illegale
Verbreitung von waffenfähigem Material, steigen und neuen
Ländern die Option eröffnen, Atombomben zu bauen. Die
Investitionen, die zum Ausbau der Atomenergie gebraucht
würden,
müssen besser in die Entwicklung von wirksamen, sauberen und
nachhaltigen Energiequellen gesteckt werden. Nicht nur in den
Industrieländern, sondern vor allem auch in
Entwicklungsländern.
Beteiligte Organisationen:
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WOMEN
AGAINST
NUCLEAR POWER
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