Eilaktion: Heizungsgesetz stoppen!

Machen Sie mit! Auf dieser Seite können Sie mit wenigen Klicks eine vorgefertigte E-Mail an den oder die Abgeordnete:n Ihres Wahlkreises senden, um mit uns zusammen das Heizungsgesetz zu stoppen. Geben Sie dazu im Mitmach-Formular als erstes Ihre Postleitzahl ein. Mehr lesen

Mit dem neuen Heizungsgesetz wollen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bundeskanzler Friedrich Merz erreichen, dass weiterhin unbegrenzt Öl- und Gasheizungen eingebaut werden können. Damit verabschiedet sich die Regierung eigenmächtig von den vereinbarten Klimazielen. Noch schlimmer: Sie zementiert mitten in einer fossilen Energiekrise unsere Abhängigkeit von teuren Gasimporten und lässt die Menschen damit sehenden Auges in eine Kostenfalle laufen.

Doch auf allen Ebenen regt sich Widerstand gegen das Gesetz. Vor allem Kommunen, Stadtwerke und Verbände stellen sich dagegen. Jetzt hat auch der Bundesrat Protest eingelegt. Trotzdem halten Reiche und Merz unbeirrt an ihrem Vorhaben fest.

Es ist noch nicht zu spät, das Gesetz zu verhindern – der Bundestag kann das Gesetz in letzter Sekunde noch stoppen.

Fordern Sie jetzt Ihre:n Bundestagsabgeordnete:n von SPD oder Union dazu auf, das Gesetz im Bundestag abzulehnen!

So funktioniert die Aktion

Nach Angabe Ihrer Postleitzahl im Formular oben rechts wird Ihnen die vorgefertigte E-Mail angezeigt. Dann müssen Sie nur noch Ihren Namen und Ihre Mailadresse angeben und auf „Jetzt mitmachen“ klicken, um die vorgefertigte E-Mail an Ihre:n Bundestagsabgeordnete:n zu versenden.  Wenn Sie möchten, können Sie noch einen persönlichen Kommentar hinzufügen, dieser erscheint dann im E-Mailtext und macht Ihren Protest noch aussagekräftiger.

Hinweis: Sollte es in Ihrem Wahlkreis keine:n Bundestagsabgeordnete:n von Union oder SPD geben, werden automatisch die Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) als Adressaten Ihrer E-Mail ausgewählt. Wenn Ihnen mehrere Abgeordnete angezeigt werden, bedeutet das, dass Ihre Postleitzahl in mehreren Wahlkreisen liegt. In diesem Fall können Sie entweder alle oder nur einzelne Adressat:innen auswählen. Jede ausgewählte Person erhält eine separate E-Mail. Die Adressat:innen können nicht sehen, welche weiteren Personen angeschrieben wurden.

Jetzt mitmachen!

Tragen Sie hier Ihre Postleitzahl und im zweiten Schritt Ihre eigenen Adressdaten ein. Falls Sie möchten, können Sie außerdem eine persönliche Ergänzung zur Mail an Ihre:n Abgeordnete:n einfügen.

Hier PLZ angeben

Hiermit gebe ich meine freiwillige Einwilligung, dass das Umweltinstitut München meine hier angegebenen personenbezogenen Daten zur Versendung einer E-Mail in meinem Namen an den Adressaten der Aktion verarbeiten darf. Die Einwilligung ist jederzeit widerrufbar. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
* Pflichtangaben.

Was soll sich mit dem neuen Heizungsgesetz ändern?

Die Bundesregierung hatte bereits im Koalitionsvertrag angekündigt, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – meist Heizungsgesetz genannt – „abzuschaffen“. Gemeint war damit vor allem die unter der Vorgängerregierung beschlossene 65-Prozent-Regel. Sie verpflichtet dazu, neu eingebaute Heizungen künftig zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, beispielsweise mit Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse oder über kommunale Wärmenetze. Da die neue Regierung das gesamte Gesetz aber nicht einfach abschaffen kann, will sie es nun in „Gebäude-Modernisierungs-Gesetz“ umbenennen und zugleich die wichtige 65-Prozent-Regel sowie weitere zentrale Vorgaben streichen. Von Modernisierung kann kaum die Rede sein, denn der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen soll wieder unbegrenzt erlaubt werden – also über das deutsche Klimaneutralitätsziel 2045 hinaus. Verschiedene Rechtsgutachten belegen deshalb schon heute, dass das Vorhaben sehr wahrscheinlich verfassungswidrig ist.

Warum tut die Regierung das?

Das ursprüngliche „Heizungsgesetz“ wurde 2023 in den Medien hitzig diskutiert. Insbesondere die CDU/CSU hat seitdem immer wieder das Ende der 65-Prozent-Regel gefordert. Dabei war das derzeit noch gültige GEG nach Abebben der Hetzkampagne ein vernünftiger Kompromiss. Die Heizungsbranche hatte sich längst auf das Gesetz eingestellt und in den letzten Jahren auf möglichst wenige Änderungen gepocht. Die neue Regierung hingegen hat sich mit ihren populistischen Wahlversprechen in eine selbstverschuldete Sackgasse manövriert. Denn eine bessere Regelung für den Einbau neuer Heizungen zu finden, stellt sich als fast unmöglich heraus. Von der Abschaffung der Vorgabe profitiert nun allein die Gaslobby, die im Vorfeld massiv an der Kampagne gegen das ursprüngliche GEG mitgewirkt hatte.

Warum gibt es so viel Kritik an den neuen Regelungen?

Das Gesetz wird von zahlreichen Akteuren heftig kritisiert. Ob Umweltverbände, Rechtswissenschaftler:innen oder Teile der Energiewirtschaft – viele halten den Entwurf für handwerklich schlecht gemacht und klimapolitisch rückwärtsgewandt. Zudem sehen Umweltverbände, der Expertenrat für Klimafragen sowie die CDU-nahe KlimaUnion massive Rückschritte beim Klimaschutz durch die Möglichkeit, neue Gas- und Ölheizungen einzubauen. Es gilt schon heute als sehr wahrscheinlich verfassungswidrig, da mit der Abschaffung der 65-Prozent-Regel und der Rücknahme des Betriebsverbots für fossile Heizkessel ab 2045 eine deutliche Verschlechterung beim Klimaschutz zu erwarten ist – und dieser hat Verfassungsrang.

Hinzu kommt, dass Heizen mit Gas immer teurer wird. Dafür sind vor allem die steigenden Netzgebühren verantwortlich, weil immer mehr Menschen auf strombetriebene Wärmepumpen umsteigen und sich die Fixkosten für das Gasnetz somit auf immer weniger Gaskund:innen verteilen. Bis zu 4000 Euro pro Jahr kann das die letzten Gaskund:innen laut einer vom Umweltinstitut beauftragten Fraunhofer-Studie kosten. Anstatt die Menschen vor den explodierenden Gaspreisen zu schützen, schickt die Regierung Gaskund:innen somit direkt in eine Kostenfalle, kritisieren die Verbraucherzentralen und Mieterschutzverbände.

Doch damit nicht genug: Die Regierung wird dieses Problem sogar noch weiter verschärfen, indem Sie verpflichtende steigende Anteile „grüner“ Gase für Gaskund:innen festlegt. Doch diese Gase (also Wasserstoff und Biomethan) sind weder nachhaltig noch stehen sie in ausreichender Größenordnung zur Verfügung. Somit verteuern sie den Gaspreis zusätzlich. Kurz gesagt: In einer Heizung haben sie nichts zu suchen.

Das alles ist schon lange bekannt. Deshalb sehen auch Kommunen und lokale Energieversorger ihre Pläne zum Umstieg auf klimafreundliche Alternativen gefährdet. Sie bemängeln die fehlende Praxistauglichkeit und die mangelnde Planungssicherheit für die flächendeckende Ablösung der Gasversorgung mit Wärmenetzen oder Wärmepumpen.

Welche Wirkung hat meine E-Mail an meine Wahlkreisabgeordneten?

Sie als potentielle Wähler:innen sind diejenigen, die Ihre:n Bundestagsabgeordnete:n wählen und auch wieder abwählen können. Daher legen Abgeordnete im Regelfall großen Wert darauf, was von Bürger:innen ihres Wahlkreises an sie herangetragen wird. Im Idealfall nehmen mehrere Menschen aus Ihrer Kommune an unserer E-Mail-Aktion teil, dann ist die Wirkung umso größer. Doch gerade vor Ort ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Ansprache entscheidend. Durch Ihre freundlichen Nachfragen regen Sie eine interne Auseinandersetzung in der Partei an. Da die SPD- und Unions-Abgeordneten dem Gesetz im Bundestag noch zustimmen müssen, kann Ihre Stimme den Unterschied machen. Gerade im Zusammenspiel mit der massiven Kritik in der Presse kann so ein Gesetz durchaus noch gekippt werden.

Wie kann ich mich weiter engagieren?

Es ist nicht sicher, aber durchaus wahrscheinlich, dass Sie von Ihren Abgeordneten eine Antwort auf Ihre E-Mail erhalten. Bitte leiten Sie uns in diesem Fall die Mail an klimawende@umweltinstitut.org weiter! So erhalten wir einen Überblick darüber, wie die Positionen der Abgeordneten zum Heizungsgesetz und zur Wärmewende sind. Wenn  Sie auf die erhaltene E-Mail antworten, wird noch deutlicher, dass Sie ein ernsthaftes Interesse am Thema haben. Das kann ein einfaches „Danke“ sein oder eine inhaltliche Antwort. Falls Letzteres notwendig ist, unterstützen wir Sie gerne fachlich!

Wenn Sie selbst weitere Ideen haben oder sich vor Ort weiter engagieren möchten, können Sie uns unter klimawende@umweltinstitut.org kontaktieren. Gerne besprechen wir in einem individuellen Telefonat oder Videocall, welches Engagement in Ihrer Gemeinde am vielversprechendsten ist.

 

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