In 21 Schutzgebieten in Deutschland wurden Insekten auf 92 verschiedene Pestizide untersucht. In allen Schutzgebieten wurden die Wissenschaftler:innen fündig:

  • Insgesamt konnten 47 verschiedene Pestizide in Insekten nachgewiesen werden.
  • Im Schnitt fanden die Wissenschaftler:innen 16 verschiedene Pestizide.
  • In einem Schutzgebiet waren die Tiere sogar mit 27 verschiedenen Stoffen belastet.
  • An allen 21 Standorten wurden die Herbizide S-Metolachlor, Prosulfocarb und Terbuthylazin sowie die Fungizide Fluopyram und Azoxystrobin in Insekten nachgewiesen.
  • Mit dem inzwischen EU-weit verbotenen, besonders bienengefährliche Neonicotinoid Thiacloprid waren Insekten an 16 Standorten belastet.
Pestizide in Schutzgebieten gefährden die Artenvielfalt

Insekten in Naturschutzgebieten sind nicht vor Pestiziden geschützt

Prosulfocarb, Terbuthylazin und S-Metolachlor waren auch in unserer Studie zur Pestizidbelastung der Luft, die das Umweltinstitut München gemeinsam mit dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft veröffentlicht hat, die am häufigsten nachgewiesenen Stoffe. Seit der Veröffentlichung der Studie 2020 fordern wir ein sofortiges Verbot dieser Pestizide.

Auch in Schutzgebieten wird gespritzt

So alarmierend diese Zahlen auch sind, wirklich überraschend sind sie nicht. In Naturschutzgebieten darf ebenso wie in nicht geschützten Gebieten Landwirtschaft betrieben werden – Pestizideinsatz inklusive.

Zwar wurde mit dem Inkrafttreten der neuen Pflanzenschutzanwendungsverordnung der Einsatz einiger Pestizide in Naturschutzgebieten verboten. Darunter sind etwa solche, die als besonders gefährlich für Bienen und andere Bestäuber gelten. Doch es werden bereits Maßnahmen ergriffen, mit denen die darin festgelegten Regelungen umgangen werden können: Nach einem Erlass des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) in Nordrhein-Westfalen, sollen dort landwirtschaftliche Betriebe auch in Naturschutzgebieten weiter spritzen dürfen, wenn ihre Fläche zu 30 Prozent in einem solchen Gebiet liegt.

Dass dieses Vorgehen rechtswidrig ist, wollen wir demnächst mit einem Rechtsgutachten belegen.

Den Erkenntnissen der Insektenforscher:innen müssen nun endlich Maßnahmen folgen: Die Agrarwende darf nicht länger aufgeschoben werden und der Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten darf nicht weiter gebilligt werden!

Mitmachen

33.238/40.000 Einträge

NRW: Kein Gift in Schutzgebieten

Mitmach-Aktion

Protestieren Sie mit uns gegen die Aufweichung der Regeln zum Schutz von Bienen, Schmetterlingen und Co durch die Landesregierung in NRW.

Jetzt mitmachen
Jetzt mitmachen

Weitere Meldungen zum Thema

Glyphosat: Wir ziehen vor Gericht

Landwirtschaft

– Letztes Jahr wurde der Einsatz von Glyphosat in der EU für weitere zehn Jahre genehmigt. Unsere Partnerorganisationen haben daraufhin bei der EU-Kommission einen Antrag auf Überprüfung der Zulassung gestellt. Dieser wurde nun von der Kommission abgewiesen. In der Folge ziehen wir nun gemeinsam vor Gericht, um diese Entscheidung anzufechten.

Glyphosat: Wir ziehen vor Gericht

Glyphosat weiterhin in Deutschland erlaubt

Landwirtschaft

– Glyphosat darf auch weiterhin in Deutschland eingesetzt werden. Das bereits gesetzlich verankerte Verbot wurde gestrichen. Lediglich bestehende Einschränkungen werden fortgeschrieben. Das ist ein herber Rückschlag für die Artenvielfalt in Deutschland!

Glyphosat weiterhin in Deutschland erlaubt

Froggy im Einsatz: Protest gegen Pestizide in Schutzgebieten

Landwirtschaft

– Dass bedrohte Tiere und Pflanzen nicht einmal in geschützten Gebieten vor Ackergiften sicher sind, ist angesichts des massiven Artensterbens ein Skandal. Vergangene Woche protestierten wir deshalb in Berlin mit unserem Kampagnenmaskottchen Froggy dem Laubfrosch vor dem Bundesrat gegen den Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten.

Froggy im Einsatz: Protest gegen Pestizide in Schutzgebieten
Zurück nach oben