Pestizide – Gifte in unserer Umwelt

In Deutschland werden Pestizide als „Pflanzenschutzmittel“ bezeichnet. Doch der Begriff ist irreführend, da Pestizide unerwünschte Lebewesen töten sollen. Wir bezeichnen sie deshalb als „Pflanzengifte.

Pestizide und ihre Folgen für Umwelt und Menschen

Um Monokulturen, kurze Fruchtfolgen und den Anbau überzüchteter Hybridsorten überhaupt möglich zu machen, werden Pestizide benötigt. Ihr Einsatz hat jedoch weitreichende Folgen: unkontrollierte Verbreitung der Gifte über die Luft, Anreicherung im Boden und Gewässern, Schädigung von Kleinstlebewesen wie zum Beispiel Bakterien, Pilzen, Würmern und Insekten, die eine tragende Rolle in unseren Ökosystemen spielen und wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere darstellen, und nicht zuletzt gesundheitliche Risiken für den Menschen.

Glyphosat: neue Hoffnung für ein Verbot?

Landwirtschaft

– Ende des Jahres läuft die EU-Zulassung von Glyphosat aus. Doch weil die Behörden den Zeitplan des Genehmigungsverfahren nicht halten können, hat die EU-Kommission eine formelle Verlängerung um ein Jahr vorgeschlagen. Der Vorschlag fand jedoch zwei Mal nicht die notwendige Mehrheit unter den Mitgliedstaaten. Das gibt neue Hoffnung für ein mögliches Glyphosat-Verbot in Europa.

Export verbotener Pestizide soll eingeschränkt werden

Landwirtschaft

– Pestizide, die in der EU wegen ihrer Gesundheitsrisiken verboten sind, dürfen bisher trotzdem in den Mitgliedstaaten produziert und in Drittstaaten exportiert werden. Diese im Pestizidhandel geltende unsägliche Doppelmoral soll nun endlich gestoppt werden: Das Bundeslandwirtschaftsministerium bereitet ein Exportverbot für bestimmte gesundheitsschädliche Pestizide vor.

200-fach höhere Pestizidbelastung bei Obst und Gemüse aus konventioneller Landwirtschaft

Landwirtschaft

– Konventionell produziertes Obst und Gemüse ist im Schnitt 200 Mal mehr mit Pestizidrückständen belastet als Ware aus ökologischem Anbau. Bei drei Viertel der untersuchten Bio-Proben konnten keinerlei Pestizidrückstände nachgewiesen werden. Zu diesem Ergebnis kommt das baden-württembergische Ökomonitoring für das Jahr 2021.

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