Eine Installation aus riesigen kippenden Dominosteinen mitten auf dem Leipziger Platz in Berlin verdeutlichte die Risiken bei der Anwendung des Gene-Drive-Verfahrens: Sie stehen für die Kettenreaktion, die Gene Drives auslösen können. Da die Gentechnik-Methode ganze Arten gezielt ausrotten kann, können in der Folge ganze Ökosysteme destabilisiert werden und im Extremfall kollabieren. Mit verheerenden Folgen auch für den Menschen, etwa in der Nahrungsmittelproduktion.

Doch nicht nur eine Destabilisierung der Ernährungssysteme, sondern auch die noch unabsehbaren Folgen machen Gene Drives zu einer Technologie, die in der Natur auf keinen Fall zum Einsatz kommen sollte. Deshalb fordern wir ein globales Moratorium für Gene Drives.

 

Zwei Referent:innen des Umweltinstitut auf einer Demo gegen Gene Drives

Knapp 300.000 Stimmen fordern: Gene Drives stoppen! Bei der Aktion in Berlin ist das Umweltinstitut durch Antonia Messerschmidt (vorne links) und Ludwig Essig (vorne rechts) vertreten.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat bei der Unterschriftenübergabe ihre Unterstützung zugesichert: „Ich glaube, dass sich die Menschheit und auch die Wissenschaft mit Gene Drives überschätzen würde. Deshalb werde ich beim Ministerrat im Juni natürlich versuchen, eine Position zu erreichen, die sich am europäischen Vorsorgeprinzip orientiert.“ Darüber hinaus betonte sie jedoch auch, dass Druck aus der Gesellschaft weiterhin und vermehrt nötig sei.

Jetzt gilt es, die Forderungen aus der Zivilgesellschaft zu stärken, sodass wir in der Politik nicht nur auf offene Ohren stoßen, sondern auch zielführende Handlungen sehen.

Hintergrund

Die Gene-Drive-Technologie nutzt gentechnische Methoden wie die Genschere CRISPR/Cas, um bestimmte Eigenschaften in wildlebende Tier- und Pflanzenpopulation einzuführen. Werden dabei Gene, die z. B. Fruchtbarkeit oder Geschlecht beeinflussen, manipuliert, können ganze Populationen ausgerottet werden. Der Gene Drive sorgt dabei für die dominante Vererbung der gewünschten Merkmale – selbst wenn die neuen Eigenschaften das Überleben einer Art gefährden. So setzt sich die gentechnische Manipulation selbstständig in der Natur fort. Diese „gentechnische Kettenreaktion“ bewirkt, dass sämtliche Nachkommen die gewünschte Eigenschaft erben, bis die gesamte Population oder Art gentechnisch verändert oder ausgerottet ist.

Was wir fordern

Wir fordern die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten deshalb auf, sich auf der bevorstehenden Biodiversitätskonferenz der UN (COP15) im Dezember 2022 für ein globales Moratorium für die Freisetzung von Gene-Drive-Organismen in der Umwelt einzusetzen und damit dem Beschluss des Europäischen Parlaments vom Januar 2020 zu folgen.

Weitere Infos und Faltblätter

Mit unseren Informationskampagnen und Aktionen möchten wir aufklären und Menschen On- und Offline in Bewegung bringen. Machen Sie mit, helfen sie uns die Öffentlichkeit zu informieren und geben sie unseren Forderungen mit Ihrer Stimme Gewicht!

Gene Drives

Themenseite

Mithilfe von Gene Drives lassen sich wildlebende Arten gentechnisch verändern, ersetzen oder gar ausrotten. Lesen Sie hier die Risiken dieser neuen Technologie.

Mehr lesen

Aktiv werden und Flyer bestellen

Info-Kampagne

Bestellen Sie sich unsere Faltblätter und informieren Sie damit Freund:innen, Verwandte, Bekannte, Nachbar:innen und Arbeitskolleg:innen über das Thema Gene Drives - Gentechnik an wilden Arten.

Mehr lesen

Weitere Meldungen zum Thema

Ein Sieg für Bayer, kein Freispruch für Glyphosat

Landwirtschaft

– Der Oberste Gerichtshof der USA hat Bayer/Monsanto im Streit um Krebswarnhinweise auf glyphosathaltigen Pestiziden recht gegeben. Doch das Urteil ist kein Freispruch für Glyphosat. Andere juristische Fragen bleiben offen – und auch unsere Klage gegen die EU-Zulassung läuft weiter.

Ein Sieg für Bayer, kein Freispruch für Glyphosat

Freie Fahrt für Neue Gentechnik: Droht jetzt die Patentflut?

Landwirtschaft

– Die EU hat die Regeln für Neue Gentechnik gelockert. Gleichzeitig bleiben Pflanzen aus Neuer Gentechnik patentierbar. Im Interview erklärt unsere Expertin Verena Schmitt, welche Folgen das für Verbraucher:innen und Saatgutvielfalt hat.

Freie Fahrt für Neue Gentechnik: Droht jetzt die Patentflut?

Umweltinstitut analysiert Behördendaten: Pestizid-Abdrift ist kein Einzelfall

Landwirtschaft

– 118 offiziell dokumentierte Abdriftfälle, 38 nachgewiesene Pestizidwirkstoffe und wiederkehrende Funde trotz Schutzauflagen: Eine Analyse des Umweltinstituts zeigt, dass Pestizide regelmäßig außerhalb der Felder landen, auf denen sie ausgebracht werden sollen, unter anderem auf Bio-Flächen und in Schutzgebieten.

Umweltinstitut analysiert Behördendaten: Pestizid-Abdrift ist kein Einzelfall
Zurück nach oben