Igelhaus: Ein sicherer Rückzugsort für Igel
Igel brauchen das ganze Jahr über geschützte Rückzugsorte. Doch in intensiven Agrarlandschaften, auf versiegelten Flächen und in „perfekt“ gepflegten Gärten finden die Tiere immer seltener Unterschlupf. Mit einem Igelhaus können Sie den stacheligen Gartenbewohnern helfen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Bau, beim Aufstellen und bei der Pflege achten sollten und was Sie darüber hinaus für den Igelschutz tun können.
Brauchen Igel ein Igelhaus?
Igel sind in unseren Gärten immer seltener anzutreffen. Seit 2024 stehen sie auf der Internationalen Roten Liste der gefährdeten Arten. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume setzen ihnen auch Rasenmähroboter und der Straßenverkehr zu. Außerdem finden sie aufgrund des Insektensterbens durch die intensive Landwirtschaft und den massenhaften Einsatz von giftigen Pestiziden nicht mehr ausreichend Nahrung.
Umso wichtiger ist es, Igeln in unseren Gärten ganzjährig sichere Rückzugsorte zu bieten: als Schlaf- und Ruheplätze, zur Aufzucht ihrer Jungen und als geschützte Winterquartiere. Neben natürlichen Verstecken wie Laub- und Reisighaufen oder dichten Hecken aus heimischen Wildsträuchern kann auch ein Igelhaus diese Funktion erfüllen.
Igelhaus kaufen oder selber bauen: Darauf kommt es an
Egal ob gekauft oder selbst gebaut: Achten Sie bei einem Igelhaus unbedingt auf einen sogenannten Labyrintheingang. Dieser erschwert Katzen und anderen Räubern das Eindringen, indem er das Haus in eine Eingangs- und eine Hauptkammer unterteilt. Wenn Sie das Igelhaus selbst bauen möchten, was gar nicht kompliziert ist, verwenden Sie am besten unbehandeltes Holz.
Tipp: Eine ausführliche Bauanleitung mit den genauen Maßen aller Holzteile finden Sie in unserem kostenlosen Igelratgeber „Rette die Igel!“.
Wie sieht ein geeigneter Standort für ein Igelhaus aus?
Ein geeigneter Standort für das Igelhaus ist eine ruhige, schattige und windgeschützte Ecke im Garten, am besten unter Büschen. Der Untergrund sollte möglichst trocken sein. Hierfür können Sie den Boden unter dem Häuschen durch ein Kies-Sand-Gemisch austauschen oder das Haus auf zwei flache Latten stellen. So kann die Luft darunter zirkulieren und Feuchtigkeit besser abtrocknen.
Damit das Haus besser angenommen wird, können Sie Äste und Laub über das Igelhaus schichten.
Igelhaus einrichten und reinigen: Was ist zu beachten?
Ist das Igelhaus gebaut und aufgestellt, können Sie den Tieren beim Nestbau helfen, indem Sie als Starthilfe etwas trockenes Laub, Stroh oder Heu in das Häuschen geben.
Danach heißt es: Bitte nicht stören! Im Winter ist Ruhe besonders wichtig. Während des Winterschlafs fahren Igel ihren Stoffwechsel stark herunter. Werden sie gestört, müssen sie ihre Körpertemperatur wieder erhöhen und verbrauchen dabei wertvolle Energiereserven.
Mitte Mai steht die Reinigung des Igelhauses an. Bevor Sie altes Nistmaterial entfernen und durch frisches ersetzen, sollten Sie jedoch prüfen, ob der Unterschlupf unbewohnt ist. Schließlich nutzen Igel die Häuschen auch außerhalb des Winters als Tagesschlafplatz oder zur Aufzucht ihrer Jungen.
Diese Fehler sollten Sie beim Igelhaus vermeiden
Beim Bau, Aufstellen und bei der Pflege eines Igelhauses gibt es also einiges zu beachten. Die wichtigsten Fehler haben wir hier noch einmal zusammengefasst:
- Ungeschützter Standort: Stellen Sie das Häuschen nicht an einem Platz auf, an dem es Wind und Wetter ausgesetzt ist.
- Feuchter Untergrund: Sorgen Sie dafür, dass Feuchtigkeit unter dem Igelhaus abtrocknen kann.
- Fehlender Schutz vor Fressfeinden: Ein verwinkelter Labyrintheingang erschwert Katzen und anderen Räubern den Zugang.
- Störungen während des Winterschlafs: Öffnen oder versetzen Sie ein bewohntes Igelhaus nicht unnötig.
- Unvorsichtige Gartenarbeiten: Kontrollieren Sie Laub-, Reisig- und Holzhaufen vorsichtig, bevor Sie diese entfernen oder umschichten. Darin könnten Igel schlafen.
Igeln helfen: So wird Ihr Garten igelfreundlich
Ein Igelhaus ist eine gute Möglichkeit, den gefährdeten Tieren einen Unterschlupf zu bieten. Doch ein sicherer Schlafplatz allein hilft wenig, wenn die Tiere nicht ausreichend Nahrung finden. Igel ernähren sich fast ausschließlich von Insekten und anderen wirbellosen Tieren wie Käfern, Spinnen und Tausendfüßlern.
Ein naturnaher Garten mit heimischen Wildpflanzen, Wildsträuchern, Laub und Totholz bietet vielen Insekten Lebensraum – und damit auch Igeln Nahrung. Verzichten Sie auch unbedingt auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden. Diese schädigen Insekten und verringern so das Nahrungsangebot für Igel.
Igelschutz endet nicht am Gartenzaun
Auch mit Ihrem Einkauf können Sie zum Schutz der Igel beitragen. Mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln unterstützen Sie eine Landwirtschaft, die auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet und bessere Lebensbedingungen für Insekten – und damit auch für Igel – schafft.
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