Was unten im Tal versprüht wird, landet auch am höchsten Punkt Deutschlands.
Pestizide verbreiten sich über die Luft bis in hochalpine Regionen
Auf der Zugspitze erwartet man vor allem eines: saubere Luft. Doch wir wissen, dass das so nicht stimmt. Unsere bisherigen Messungen zeigen, dass sich Pestizide über die Luft verbreiten und selbst abgelegene Regionen erreichen, in denen sie nie eingesetzt wurden. Mit einem neuen Messprojekt auf der Zugspitze untersuchen wir, wie stark die Luft dort oben belastet ist und was das über die Verbreitung von Pestiziden aussagt.
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Fachreferentin Verena Schmitt erklärt in dem Video, warum wir auf der Zugspitze Pestizide in der Luft messen und was unsere Forderungen an die Politik sind.
Wie wir die Luft auf der Zugspitze untersuchen
An der Forschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze haben wir zwei Passivsammler installiert. Mit ihnen messen wir in den kommenden Monaten, wie stark die Luft dort oben mit Pestiziden belastet ist. Als höchster Punkt Deutschlands ist die Zugspitze weit entfernt von landwirtschaftlichen Flächen. Gerade hier lässt sich zeigen, wie weit sich Pestizide über die Luft verbreiten.
Pestizide in der Luft: ein unterschätztes Risiko
Mit unseren bisherigen Messungen in Deutschland, Südtirol und der Schweiz konnten wir bereits zeigen: Pestizide werden über die Luft verfrachtet und erreichen auch abgelegene Regionen. Diese sogenannte Fernverfrachtung stellt eine potenzielle Gefahr für Umwelt und menschliche Gesundheit dar. Unsere Ergebnisse haben eine wichtige Debatte über dieses Problem angestoßen und zur Vorbereitung von regelmäßigen deutschlandweiten Messungen der Pestizidbelastung in der Luft beigetragen. Doch die Finanzierung für ein solches staatliches Monitoring wurde gestrichen. Gleichzeitig werden auf europäischer Ebene Schutzstandards bei Pestiziden abgeschwächt, obwohl viele Wirkstoffe Risiken für Umwelt und Gesundheit bergen.
Warum die Politik jetzt handeln muss
Bis heute fehlen umfassende und systematische Messungen der Pestizidbelastung in der Luft, und die Fernverfrachtung wird im Zulassungsverfahren von Pestiziden kaum berücksichtigt. Mit unseren unabhängigen Messungen auf der Zugspitze machen wir weiter auf dieses Problem aufmerksam und setzen uns dafür ein, dass die Politik Verantwortung übernimmt und eine flächendeckende Überwachung der Luft auf Pestizide aufbaut.
Zuerst muss der richtige Standort für die Passivsammler auf einer der Plattformen der Forschungsstation Schneefernerhaus gefunden werden
Bei der Standortwahl und dem Aufstellen der Sammler bekommen wir tolle Unterstützung vom Schneefernerhauserhaus
Wir bereiten die Messfilter für die Passivsammler vor
Diese werden dann einige Wochen später zur Analyse in ein Labor geschickt
Die Passivsammler werden aufgebaut
Unsere Passivsammler sind jetzt fest installiert und wir sind schon sehr gespannt auf die Messergebnisse!
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Messungen von Pestiziden in der Luft
Informieren Sie sich hier über unsere bereits abgeschlossenen Messprojekte und deren Ergebnisse.
Für Wissenschaft, Umwelt- und Gesundheitsschutz ist es nicht nur entscheidend zu wissen, wo Pestizide landen, sondern auch wo Sie eingesetzt werden. Unterstützen Sie jetzt unsere Forderung nach mehr Pestizidtransparenz.