Bild: Anti-Atom-Aktive radeln mit Anti-Atom-Fahnen dem Atomausstieg entgegen. Im Hintergrund die Elbe und Windräder.

Die Debatte um eine Verlängerung der Atomkraftwerke geht nun in die heiße Phase und spitzt sich auf das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern zu. Ab Ende August wird das Ergebnis des sogenannten „Stresstests“ der Stromnetzbetreiber erwartet, auf dessen Basis die Bundesregierung entscheiden will: Schaltet sie die letzten drei Atomkraftwerke wie geplant Ende 2022 ab, oder gehen einer oder mehrere Reaktoren über 2022 hinaus in den sogenannten „Streckbetrieb“.

AKW-Streckbetrieb: Wenig Nutzen, viel Risiko

Für uns ist klar, dass eine Verlängerung der AKW Laufzeiten nicht in Frage kommt. Das Risiko eines schweren Unfalls ist zu groß – und es steigt Tag für Tag. Die letzte umfassende periodische Sicherheitsüberprüfung fand vor der Atomkatastrophe von Fukushima statt. Eigentlich ist eine solche Prüfung alle zehn 10 Jahre fällig, Ende 2022 wird sie drei Jahre überfällig sein. Das Nachholen im laufenden Betrieb ist allein aus Strahlenschutzgründen nicht verantwortbar.

Sollte es wirklich zu einer schweren Energiekrise im Winter kommen, so ist die Politik gefragt, die vorhandenen Ressourcen möglichst gerecht zu verteilen und für sozialen Ausgleich zu sorgen, damit sich nicht in der Krise wenige auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. Dass das Energiesystem in Deutschland nicht krisenfest ist, ist im Wesentlichen die Quittung für eine verfehlte Energiepolitik. Insbesondere in Bayern wurde unter Markus Söder (CSU) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler) der Windkraftausbau blockiert und die Stromnetze wurden vernachlässigt. Statt einer angemessenen Entschuldigung holen die Verantwortlichen alte Atomträume aus der Schublade. Dass Atomstrom kaum helfen kann, das fehlende Erdgas zu ersetzen, lassen sie dabei geflissentlich unter den Tisch fallen. (hier könnten wir zu unserer letzten Meldung zu dem Thema verlinken) Mittlerweile bringen die AKW-Freunde sogar die zombihafte Wiederauferstehung des abgeschalteten Reaktorblocks C in Gundremmingen ins Spiel. Doch Achtung: Nur weil es immer noch absurder geht, ist die Verlängerung des AKW Isar 2 nicht weniger gefährlich.

Anti-Atom-Radtour besucht Bayern

Das Umweltinstitut unterstützt die Anti-Atom Radtour, die von .ausgestrahlt ins Leben gerufen wurde und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Initiativen mit Leben gefüllt wird. Die längste Anti-Atom-Demo der Welt besucht viele bedeutende Orte der Atomgeschichte in Deutschland und in der Schweiz. Als Atom-Referent des Umweltinstituts nehme ich in diesen Tagen an den Etappen durch Bayern Nahe des abgeschalteten Atomkraftwerks Gundremmingen teil und demonstriere mit für eine konsequente Energiewende ohne Atomkraft.

2017 wurde Block B des AKW Gundremmingen abgeschaltet. Gemeinsam mit .ausgestrahlt und lokalen Initiativen haben wir uns damals für das gleichzeitige Aus von Gundremmingen C eingesetzt, dem damals gefährlichsten AKW Deutschlands. Ich freue mich, auf der Radtour Mitstreiter:innen zu treffen. Wir sind froh, dass Block C endlich an Silvester 2021 vom Netz ging und feiern an diesem Beispiel Erfolge der Anti-Atom-Bewegung. Jetzt müssen nur noch die AKW Emsland, Neckarwestheim und Isar 2 abgeschaltet werden, um Deutschland AKW-frei und damit ein gutes Stück sicherer zu machen.

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