Als die Ampel-Koalition vor rund einem Jahr die Arbeit aufnahm, hatte Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) die Überarbeitung der nationalen Wasserstoffstrategie angekündigt. In diesem Dokument beschreibt die Bundesregierung, welche Rolle Wasserstoff im nächsten Jahrzehnt spielen soll und welche Wasserstofftechniken sie fördern will. Es soll voraussichtlich im Januar 2023 fertig werden und laut ersten Berichten auch die Förderung von „blauem“ Wasserstoff aus Erdgas enthalten. Grund dafür sind Sorgen der Industrie, dass erneuerbar hergestellter Wasserstoff knapp und teuer bleiben wird.  Für das Klima wäre das fatal, denn durch die Nutzung von blauem Wasserstoff würde weiter Erdgas genutzt werden und klimaschädliches Methan und CO2 freigesetzt.

Wir demonstrieren Berlin: Die blaue Wasserstoff-Pipeline vor dem Bundeswirtschaftsministerium hat ein Methan-Leck

Mogelpackung blauer Wasserstoff

Aktuell werden 95 Prozent des genutzten Wasserstoffs aus Erdgas, Kohle und Öl hergestellt. Dabei entstehen klimaschädliche Emissionen. Besser für die Umwelt wäre sogenannter grüner Wasserstoff: Er wird mithilfe von erneuerbar erzeugtem Strom aus Wasser hergestellt, ganz ohne Abgase.

Gas-Firmen haben andere Pläne: Sie wollen Wasserstoff aus Erdgas herstellen und als „blauen Wasserstoff“ vermarkten. Um die Klimabilanz zu schönen, soll das dabei entstehende CO2 aufgefangen und unter die Erde gepresst werden.

Der Umwelt hilft das leider wenig: Laut wissenschaftlicher Studien werden bei der Förderung und beim Transport des verwendeten Erdgases so große Mengen des besonders klimaschädlichen Gases Methan freigesetzt, dass blauer Wasserstoff sogar schädlicher als Erdgas sein könnte. Auch das CO2 wird nie zu 100 Prozent abgespalten, sodass immer Restemissionen entstehen werden. Blauer Wasserstoff kann somit niemals klimaneutral sein.

Wir fordern konsequenten Klimaschutz ein!

„Damit Wasserstoff zur Klimaneutralität beiträgt, muss er aus erneuerbaren Energien hergestellt werden.“ – so steht es im Wahlprogramm der Partei des Klimaschutzministers Robert Habeck (Grüne) und so sehen es auch 14.000 Unterstützer:innen unserer Aktion „Wasserstoff nur fair und erneuerbar“. Dass jetzt ausgerechnet ein Grüner Minister Wasserstoff aus fossilen Quellen mit Klimaschutz-Geld fördern will, ist nicht nachvollziehbar. Darum waren wir diese Woche in Berlin und haben vor dem Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz unseren Forderungen mit einer bildstarken Aktion Nachdruck verliehen.

Dazu haben wir eine blaue Wasserstoff-Pipeline aufgestellt, aus der Rauch entweicht. Denn die aktuellen Entwürfe der nationalen Wasserstoffstrategie haben ein massives Abgas-Leck: Wer blauen Wasserstoff mit Geldern für den Klimaschutz finanziert, fördert damit auch Methan- und CO2-Emissionen.

Gas Lock-In muss verhindert werden

Auf genau diese Förderung setzen Gaskonzerne, die aktuell unter Hochdruck neue Anlagen für Wasserstoff aus Erdgas planen. Die Umsetzung dieser Projekte würde den Ausstieg aus fossilem Gas auf Jahrzehnte blockieren und damit die deutschen Klimaziele gefährden.

Wir sagen darum: Robert Habeck muss seine Pläne korrigieren, nur grüner Wasserstoff darf gefördert werden!

 

Aktion in Berlin: Die blaue Wasserstoff-Pipeline vor dem Bundeswirtschaftsministerium hat ein Methan-Leck

Aktion in Berlin: Die blaue Wasserstoff-Pipeline vor dem Bundeswirtschaftsministerium hat ein Methan-Leck.

Übergabe der Forderungen an einen Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums Wasserstoff nur fair und erneuerbar

Übergabe der Forderungen an einen Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums: Wasserstoff nur fair und erneuerbar!

Aktion in Berlin: Die blaue Wasserstoff-Pipeline vor dem Bundeswirtschaftsministerium hat ein Methan-Leck. FÖJ im Vordergrund

Freiwilliges Ökologisches Jahr und Nein zu blauem Wasserstoff!

Die Wasserstoffstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums hat ein Methan-Leck. Wir fordern: Kein Geld für blauen Wasserstoff!

Unsere Forderung: Keine Staatsgelder für klimaschädlichen blauen Wasserstoff!

Klimareferent Kasimir Buhr sagt nein zu blauem Wasserstoff.

Klimareferent Kasimir Buhr sagt: Nein zu blauem Wasserstoff.

Nahaufnahme: Methanleck in der Wasserstoffstrategie des BMWK: Aktion in Berlin

Aufgedeckt: Methanleck in der Wasserstoffstrategie des BMWK: Aktion in Berlin

Aktionen, Info-Kampagnen und Projekte zum Thema Energie und Klima

Unser Einsatz für Klimaschutz und Energiewende ist gefragt: Informieren Sie sich und machen Sie mit!

15.128/20.000 Einträge

Wasserstoff nur fair und erneuerbar!

Mitmach-Aktion

Fordern Sie Wirtschaftsminister Habeck dazu auf, seine Wasserstoffpolitik konsequent auf eine zu 100 % erneuerbare und faire Zukunft auszurichten!

Jetzt mitmachen!
Jetzt mitmachen!

Wasserstoff – Chancen und Gefahren für den Klimaschutz

Themenseite

Auf dem leichten Gas liegen große Hoffnungen, doch welche Rolle es in der Energiewende spielen wird, ist noch offen. Wir klären auf, damit fossile Energiekonzerne ihre schmutzigen Geschäfte nicht hinter der Technologie verstecken können.

Zur Themenseite
Zur Themenseite

Klimawende von unten

Projekt

Mit direkter Demokratie nehmen wir die Klimapolitik in Städten oder Gemeinden in die Hand. Ein Klima-Bürgerbegehren gibt Ihnen die Möglichkeit, vor Ort wirkungsvolle Maßnahmen für ambitionierten Klimaschutz durchzusetzen – auch wenn die lokalen Politiker:innen auf der Bremse stehen.

Jetzt aktiv werden!
Jetzt aktiv werden!

Weitere Meldungen zum Thema

Symbol des Protests: Lützerath verteidigen!

Energie und Klima

– In Nordrhein-Westfalen haben Polizei und RWE mit der Zerstörung von Lützeraths begonnen. Doch Klimaaktivist:innen, die das Dorf retten wollen, bekommen immer mehr Zulauf; am 14.1. ist eine große Bündnis-Demonstration geplant.

Symbol des Protests: Lützerath verteidigen!

Energieverbrauch: Jetzt die Industrie in die Verantwortung nehmen!

Energie und Klima

– Energiesparen ist unsere sinnvollste Energiequelle. Im Entwurf fürs Energieeffizienzgesetz sind jedoch lediglich Maßnahmen vorgesehen, die sich für Unternehmen wirtschaftlich lohnen - das ist nicht genug! Unsere Forderungen lesen Sie hier.

Energieverbrauch: Jetzt die Industrie in die Verantwortung nehmen!

Solidarität mit Lützerath

Energie und Klima

– Das Dorf Lützerath in Nordrhein-Westfalen soll für den Braunkohleabbau zerstört werden. Doch wenn die darunterliegende Kohle verfeuert wird, reißt Deutschland sein 2-Budget für das 1,5-Grad-Ziel. Wir haben daher letzte Woche mit der Eröffnung einer Büro-Außenstelle in Lützerath unsere Solidarität mit den Aktivist:innen vor Ort deutlich gemacht.

Solidarität mit Lützerath
Zurück nach oben