Unser Protest zeigt Wirkung: Solvay muss Emissionen senken!

Wir machen den Klimaskandal sichtbar!

Aus dem Solvay-Werk in Bad Wimpfen entwichen große Mengen des stärksten bekannten Treibhausgases: Schwefelhexafluorid (SF₆). Mit einer Protestaktion machten wir den Klimaskandal öffentlich und forderten Konsequenzen. Inzwischen hat das Land Baden-Württemberg konkrete Maßnahmen angeordnet und die Emissionen sind bereits deutlich gesunken.

Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik
Klimateam des Umweltinstituts vor Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik Klimateam des Umweltinstituts vor Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik
Klimareferent Till Irmisch vom Umwetlinstitut vor der Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik Klimareferent Till Irmisch vom Umwetlinstitut vor der Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik
Kimateam des Umwetlinstitut vor der Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik Kimateam des Umwetlinstitut vor der Projektion von Rissen und Spruch Ihr seid nicht ganz dicht auf Tanks der Solvay Chemiefabrik

Baden-Württemberg ordnet Maßnahmen gegen SF₆-Emissionen an

Im Zuge unserer Protestaktionen verpflichtete das Land Baden-Württemberg Solvay dazu, technische Verbesserungen an den Anlagen vorzunehmen, um die Lecks zu schließen. Außerdem wurden unabhängige Messungen vor Ort angeordnet. Seit Dezember 2025 darf die Anlage nur unter strenger Überwachung betrieben werden. In diesem sogenannten Testbetrieb wird kontrolliert, wie stark die technischen Maßnahmen die SF₆-Emissionen reduzieren. Außerdem setzt sich die baden-württembergische Landesregierung inzwischen für einen verbindlichen Grenzwert für SF₆-Emissionen ein und hat einen Antrag für fest definierte Grenzwerte für SF₆-Emissionen im Bundesrat eingebracht.

SF₆-Emissionen bei Solvay deutlich gesunken

Die bisherigen Messungen, die ein externes Institut durchführt, zeigen: Im regulären Betrieb der Anlage sind die SF₆-Emissionen deutlich zurückgegangen. Damit ist ein wichtiger Schritt erreicht. Die Kombination aus stärkerer Kontrolle, technischen Verbesserungen und unabhängigen Messungen hat dazu geführt, dass die Emissionen heute niedriger liegen als zuvor.

Testbetrieb läuft weiter: Wir bleiben dran!

Wir begrüßen, dass inzwischen Maßnahmen angeordnet wurden, um die SF₆-Emissionen zu reduzieren. Vollständige Entwarnung können wir aber noch nicht geben. Denn in einzelnen Betriebszuständen treten weiterhin deutlich erhöhte Emissionen auf. Deshalb wurde der streng überwachte Testbetrieb bis zum 31. Januar 2027 verlängert – mit dem Ziel, den SF₆-Ausstoß der Anlage weiter zu minimieren. Wir werden die Entwicklung also weiter beobachten und uns, wenn nötig, wieder einmischen.

Was genau ist Schwefelhexafluorid (SF₆)?

Der Chemiekonzern Solvay stellt in Bad Wimpfen das technische Gas Schwefelhexafluorid (SF₆) für den europäischen Markt her.  SF₆ ist etwa viermal schwerer als Luft und eignet sich besonders zur elektrischen Isolierung. Früher wurde SF₆ unter anderem in dämpfenden Sportschuhen, Autoreifen und Schallschutzfenstern eingesetzt. SF₆ gehört zu den stärksten bekannten Treibhausgasen und verbleibt rund tausend Jahre in der Atmosphäre. Deshalb wurden viele frühere Anwendungen breeits schrittweise verboten.

Heute wird SF₆ vor allem noch als Isoliergas in technischen Anlagen eingesetzt, zum Beispiel in elektrischen Schaltanlagen. Die Europäische Union ist sich des Problems bewusst und hat mit der F-Gas-Verordnung klare Fristen für den schrittweisen Ausstieg beschlossen. Bis 2050 soll so auch die Nutzung von SF₆ auf null reduziert werden.

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