Ein spritzender Traktor fährt über ein Feld.

Ein Bericht von PAN Europe zeigt, dass die Belastung von Obst und Gemüse mit Substitutionskandidaten sogar zunimmt. Anstatt schädliche Stoffe aus dem Verkehr zu ziehen, finden sie sich immer öfter auf europäischen Feldern – und schließlich auch auf unseren Tellern.

Substitutionskandidaten im gefährlichen Mix

Besonders alarmierend: In Deutschland dürfen derzeit gleich mehrere Pestizidmischungen ausgebracht werden, die Pendimethalin mit weiteren Substitutionskandidaten kombinieren. In manchen Fällen enthalten diese Mittel sogar drei besonders gefährliche Wirkstoffe gleichzeitig.

Ein Beispiel ist das im Getreideanbau eingesetzte Herbizid Trinity. Es enthält die Wirkstoffe Chlortoluron, Diflufenican und Pendimethalin – allesamt Substitutionskandidaten. Dabei gelten die einzelnen Stoffe schon für sich genommen als bedenklich: Chlortoluron etwa ist in der EU als vermutlich krebserzeugend eingestuft und kann den Fötus während der Schwangerschaft schädigen.

Risiken durch Pestizid-Cocktaileffekt

Werden mehrere Pestizide kombiniert, droht der sogenannte Cocktaileffekt: Die gesundheitlichen und ökologischen Risiken der einzelnen Substanzen können sich gegenseitig verstärken oder verändern. Dennoch werden solche kombinierten Wirkungen im Zulassungsverfahren weiterhin kaum berücksichtigt – obwohl sie zusätzliche Gefahren für Gesundheit und Umwelt mit sich bringen können.

Unsere Forderung

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für ein EU-weites Verbot von Pendimethalin und anderen Substitutionskandidaten einzusetzen. Gleichzeitig muss die Anwendung besonders gefährlicher Pestizidwirkstoffe in Deutschland sofort beendet werden. Der Schutz von Mensch und Umwelt darf nicht länger hinter den Interessen der Pestizidindustrie zurückstehen.

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