Klimaziele: Umweltinstitut fordert Effizienz-Offensive
Zur anstehenden Veröffentlichung des Projektionsberichts des Umweltbundesamts fordert das Umweltinstitut München mehr Tempo bei der Energieeffizienz. Deutschland droht seine Klimaziele ab 2030 zu verfehlen. Geplante Abschwächungen beim Gebäudeenergiegesetz, beim Ausbau erneuerbarer Energien und beim Energieeffizienzgesetz werden die Klimalücke vergrößern.
Leonard Burtscher, Referent für Energie- und Klimapolitik am Umweltinstitut München kommentiert: “Die Industrie verursacht im nächsten Jahrzehnt in Deutschland die meisten Emissionen und trägt deshalb eine besondere Verantwortung für den Schutz des Klimas. Weil Deutschland seine Emissionsziele voraussichtlich verfehlt, muss die Bundesregierung noch in diesem Jahr zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen beschließen. Dazu verpflichtet sie das Klimaschutzgesetz. Besonders effektiv wäre es, die Energieverschwendung in der Industrie abzustellen.”
Eine Studie der Hochschule Niederrhein im Auftrag des Umweltinstituts aus dem Jahr 2025 zeigt das Potenzial: Mit Maßnahmen für Energieeffizienz könnte die Industrie jedes Jahr 54 Terrawattstunden Strom und etwa 209 Terrawattstunden Wärme einsparen. Das würde zu einer Emissionsminderung in Höhe von jährlich mehr als 61 Megatonnen CO2 führen.
“Ein Boost für die Energieeffizienz in der Industrie würde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands steigern, den Subventionsbedarf der Industrie verringern und unsere Abhängigkeit von Gasimporten deutlich senken. Energieeffizienz wäre eine zentrale Maßnahme, um die Klimaziele noch erreichen zu können”, so Burtscher.