Wir stoppen das klimaschädlichste Pestizid!

Das extrem klimaschädliche Insektengift Sulfurylflourid (SF) wurde in den letzten Jahren in großem Stil zur Begasung von Holzstämmen vor dem Export eingesetzt. Mit unserer Klage konnten wir dem endlich einen Riegel vorschieben.

Ein wichtiger Erfolg für den Klimaschutz!

SF ist nicht nur extrem giftig – es ist auch bis zu 7500 Mal klimaschädlicher als CO2. In Jahren mit hohem Holzexport entsprach der Klimaschaden den Emissionen einer Stadt mit 250.000 Einwohner:innen. Das ist für eine einzige Nischenanwendung wie die Begasung von Holzstämmen keinesfalls hinnehmbar.

Unsere Klage gegen das Klimagift hat Erfolg

Seit 2023 machen wir in der Öffentlichkeit auf das extrem klimaschädliche Pestizid Sulfurylfluorid aufmerksam. Im März 2025 hatten wir schließlich genug von der Untätigkeit der Behörden und reichten gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe und Protect the Planet Klage gegen die Zulassung ein. In zahlreichen Schriftsätzen tauschten wir daraufhin mit der Zulassungsbehörde, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BVL) und dem Konzern Douglas Chemicals Argumente vor Gericht aus. Schon vor dem ersten Verhandlungstag feierten wir den großen Erfolg: Das BVL gab am 23. April 2026 bekannt, dass es die Zulassung für die Begasung von Holzstämmen mit SF zurücknimmt.

SF-Verbot war längst überfällig

Als Begründung für das Verbot griff die Behörde eines unserer zentralen Argumente auf: Die Zulassung für SF-Begasung war nämlich im Jahr 2012 nur für geringfügige Verwendung ausgestellt worden. Spätestens seit 2019 kann durch die stark angestiegenen Exportmengen von Geringfügigkeit keine Rede mehr sein. Das Verbot war damit längst überfällig, wäre aber ohne unsere Klage verschleppt worden. Es sendet ein klares Signal an die Industrie, auf Alternativen umzusteigen, die in anderen EU-Ländern bereits etabliert sind. Darunter zählt die Dampfbehandlung, die frei von Chemie, dabei wirksam und dazu wirtschaftlich attraktiv ist.

Sulfurylfluorid – die Hintergründe

Derzeit ist das Pestizid ProFume das einzige Mittel mit dem Wirkstoff Sulfurylfluorid auf dem Markt. Neben dem zuletzt rasant gestiegenen Einsatz für den Export von Holzstämmen bestehen Zulassungen im Vorratsschutz (Lebensmittel, Lagerräume) sowie für den Export von Maschinenteilen nach Australien und Neuseeland. Das Gas ist extrem klimaschädlich, was bei den Zulassungen bisher kaum eine Rolle spielte. Lediglich die Konzentration des Gases in der Atmosphäre muss der herstellende Chemiekonzern beobachten und dabei gibt es keine Überraschung: der SF-Gehalt in der Atmosphäre nimmt stetig zu. Dies ist in Zeiten der Klimakrise keinesfalls hinnehmbar, zumal zahlreiche Alternativen (nicht chemische und chemische) zur Anwendung gebracht werden könnten. Der Einsatz für den Export von Holzstämmen hat in Deutschland den Löwenanteilen der SF-Emissionen verursacht, das Verbot ist daher ein riesiger Erfolg. Eine Ausweitung auf andere EU-Staaten ist durchaus realistisch: Frankreich ist bereits weiter vorangeschritten bei der Zulassung von alternativen – die Niederlande haben die Ausstellung von Zertifikaten für SF-Begasung im Jahr 2025 gestoppt.

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