Europas Pestizidpolitik steht an einem Wendepunkt – und wir müssen jetzt handeln

aktuelle meldungen 2025 dezember technische verlaengerungen c © creativesuburb helmutvogler stock.adobe.com

Europas Gerichte fällen endlich ein Urteil. Doch die Freude könnte kurz währen

Die gute Nachricht zuerst: Diese brandgefährliche Praxis könnte bald ein Ende finden. Nur wenige Monate, nachdem wir die dramatischen Zahlen publik gemacht haben, hat das Gericht der Europäischen Union (EuG) ein deutliches Signal gesendet. Drei Urteile verpflichten die EU-Kommission künftig zu strengeren Vorgaben bei der Verlängerung von Pestizidzulassungen. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht länger über Umwelt- und Gesundheitsschutz stehen. Das widerspricht geltendem Recht.

Damit bestätigt das Gericht die Kritik, die wir seit Jahren erheben: Zulassungen in Endlosschleife ohne neue Risikoprüfung sind mit EU-Recht unvereinbar. Ein Meilenstein – für uns, für die Umwelt und für den Schutz unserer Gesundheit.

Doch jetzt droht die gefährlichste Rolle rückwärts seit Jahrzehnten

Was nun droht, ist kaum zu fassen: Ausgerechnet die Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE), jene Abteilung der EU-Kommission, die uns eigentlich schützen soll, plant laut einem geleakten Entwurf eine Reform in Form eines sogenannten Omnibusses, die die Uhr um rund 30 Jahre zurückdrehen würde.

  • Was ist ein Omnibus-Paket? Mit dem Ziel die Wirtschaft durch den Abbau von „Bürokratie und Berichtspflichten“ zu stärken, fasst die EU-Kommission Änderungen an vielen EU-Gesetzen in Gesetzespaketen, so genannten Omnibussen, zusammen. Die Lockerung von Schutzstandards, wie es die EU aber mit diesem Omnibus plant, hat nichts mit Bürokratieabbau zu tun.

Im Rahmen des sogenannten Lebens- und Futtermittelsicherheits-Omnibuspakets droht Folgendes:

  • Pestizide sollen künftig unbefristet zugelassen werden.
  • Eine regelmäßige Neubewertung wäre nicht mehr verpflichtend.
  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse dürften ignoriert werden.
  • Pestizide dürften nach ihrem Verbot noch drei Jahre verwendet werden.

Diese neuen Regeln hätten zur Folge, dass gefährliche Stoffe jahrzehntelang auf dem Markt bleiben dürften.

Diese Pläne stehen in direktem Widerspruch zur aktuellen Rechtsprechung, die das Vorsorgeprinzip stärkt und die EU verpflichtet, Risiken aktiv zu minimieren. Würde das Omnibus-Paket Realität, würde es nicht nur die Urteile des EuG aushebeln, es würde auch die Gesundheit der Bevölkerung, die Natur und Artenvielfalt und sowie das Vertrauen in die europäischen Institutionen gefährden.

Werden Sie aktiv!

Machen Sie jetzt mit bei unserer Online-Aktion und helfen Sie uns, die Giftpläne der EU zu stoppen.

90.601/120.000 Einträge

Pestizid-Alarm: Stoppen wir die Giftpläne der EU!

Mitmachaktion

Zentrale, jahrzehnte lang erkämpfte Schutzregeln gegen Pestizide könnten fallen. Fordern Sie die EU-Kommission auf, diese Pläne sofort zu stoppen!

Jetzt mitmachen!
Jetzt mitmachen!

Unterstützen Sie unser Engagement gegen Pestizide

Ihre Spende macht unabhängige Recherchen und politische Arbeit möglich.

Weitere Meldungen zu dem Thema

Pestizid-Omnibus: Gesetzespaket verstößt gegen EU-Recht

Landwirtschaft

– Ein juristisches Gutachten zeigt: Der Pestizid-Omnibus der EU-Kommission verstößt gegen geltendes EU-Recht und gefährdet Umwelt- und Gesundheitsschutz. Warum das Gesetzespaket so brisant ist, lesen Sie hier.

Pestizid-Omnibus: Gesetzespaket verstößt gegen EU-Recht

Patentflut trotz Verbot: EPA erteilt zahlreiche Pflanzenpatente

Landwirtschaft

– Trotz Verbots hat das Europäische Patentamt 2025 rund 40 Patente auf traditionell gezüchtete Pflanzen erteilt. Lesen Sie, welche Kulturen betroffen sind, warum das problematisch ist und was wir von der Politik fordern.

Patentflut trotz Verbot: EPA erteilt zahlreiche Pflanzenpatente

Offener Brief: Keine Patente auf traditionell gezüchtete Pflanzen

Landwirtschaft

– Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Umwelt-, Landwirtschafts- und Züchterverbänden wenden wir uns in einem offenen Brief an die Bundesjustizministerin mit der Forderung, Patente auf traditionell gezüchtete Pflanzen und Tiere zu stoppen.

Offener Brief: Keine Patente auf traditionell gezüchtete Pflanzen
Zurück nach oben